In der heutigen Zeit finden weltweit die verschiedensten Foren und Veranstaltungen über das Wasser statt, was von der Ernsthaftigkeit zeugt, mit der wir Nutzer uns mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Wir fürchten um diese Ressource. Jeder weiß, wo kein Wasser ist, ist auch kein Leben. Und dabei ist es noch knapp. Nur 1 % des gesamten Wasservorkommens auf der Erde ist für den Menschen nutzbar.
Welches Verhältnis haben wir eigentlich zu diesem besonderen Stoff. In der Natur tritt es in vielen Facetten auf und gilt als Urkraft und Sinnbild des Lebens. Es begründet dadurch auch unsere stetig wandelbare Beziehung zu ihm.
Viele fürchten seine A-Moralität und empfinden pure Angst, wenn Bäche, Flüsse und Seen rücksichtslos über ihre Ufer treten und unser Hab und Gut oder Leben von diesen Gewalten bedroht ist. Oftmals sind nur geringfügige Verschiebungen des Gleichgewichtesim Wasserkreislauf Auslöser für solche Katastrophen. Überschwemmungen ganzer Landstriche sind uns aus vielen Berichten bekannt.
Erholungssuchende zieht es magisch an und sie überwinden oftmals große Wegstrecken um seine kraftgebende Wirkung am glänzenden Wasserfall oder im blauen Meer zu spüren.
Der Durstende entwickelt Gier nach diesem Lebensstoff, während der Wasserverwöhnte ihn achtlos auf den Boden kippt. Und wer auf einer sommerlichen Gartenparty sein frisch gegrilltes Steak in einem vom Platzregen gefüllten Teller schwimmen sieht, blickt eher schwermütig auf die Wirkung des Wassers.
Aber dieser manchmal ungelegene Regen ist ein Teil unseres Wasserkreislaufs zwischen Verdunstung und Niederschlag und würden in unseren Breiten nicht etwa 1,1 m hochNiederschläge im Jahr auf unsere Heimat fallen, wäre der Griff zum Wasserhahn nicht so ergiebig, wie wir es gewohnt sind. In anderen Ländern gehen die Menschen oft kilometerweit, um ihren täglichen Wasserbedarf an einem der spärlich verbreiteten Wasserlöcher zu decken. Wir aber sind in den gemäßigten Breiten zu Hause und so füllen wir unsere Trinkgläser, Kochtöpfe und Badewannen, waschen Autos und fluten Schwimmbäder mit einer kurzen Drehbewegung am Wasserhahn.
Unser Verhältnis hat sich historisch gesehen gewandelt. Früher hatte Wasser den Glanz des Mystischen, des Schöpferischen, des Besonderen. Die Griechen sahen im Wesen des Wassers noch allen Ursprung des Seins. Naturvölker verspüren heute noch diese Besonderheit und verehren Wasser oft in religiöser Weise.
In der Gesellschaft der westlichen industrialisierten Länder ist dieser Aspekt des Wassers eher unbekannt geworden. Die Leichtigkeit der Verfügbarkeit verführt uns zur hemmungslosen Nutzung. Intellektuelles Denken greift mit enormen Mitteln in den Wasserkreislauf ein und verändert ihn in der angesprochenen Weise. Inzwischen tragen wir Stoffe ein, die uns zunehmend Schwierigkeiten bereiten, sie wieder aus dem Wasser zu entfernen. Manchmal ist auch von einer Unumkehrbarkeit des Eintrags die Rede. Und hinzu kommt: die reine Dienstbarmachung des Lebensmittels Wasser unterliegt auch noch den Gewinnmaximierungsabsichten im Wertschöpfungsprozess, wie die Privatisierungsbemühungen in diesem Bereich zeigen. Wasser ist zum Geschäft geworden.
Wenn wir unser Wasser nicht gut behandeln ist es auch sehr schnell geneigt Krankheiten und Epidemien zu verbreiten. Viele mittelalterliche Seuchen wurden durchdas Wasser übertragen..
Und so zeigt sich unser intensivster Bezug bei einem Blick in die Reinigungsbecken eines Klärwerks. Man sieht das Verhältnis der gnadenlosen Ausbeutung der Dienstbarkeit des Wassers und wie ihm dadurch sein Glanz der Frische und des Lebens genommen wurde. Haushalte, Gewerbe und Industrie tragen Stoffe ein und es sind uns nur die Wenigsten in ihrer Wirkungsweise untereinander und auf das Wasser bekannt. Es wurde durch die Nutzniesung zur krankmachenden Brühe und jeder möchte sich möglichst schnell seiner entledigen. Wir reinigen dieses Abwasser physikalisch, chemisch und biologisch unter großem materiellem Aufwand und denken, vieles getan zu haben, um es als eine Investition für die Rendite einer weiteren Nutzung im Wasserkreislauf betrachten zu können. Ob die Grenzwerte und Parameter ausreichen, die wir zur Untersuchung des Wassers heranziehen, um dauerhaft als Lebensmittel in seiner Ganzheit dienlich zu sein, sei gerade in Hinblick auf eine moderne Wasserbetrachtung dahingestellt.
Denn inzwischen gibt es wieder mehr Menschen, die diesem Glanz des Wassers und seinem mystischen Charakter von verschiedenen Seiten in neuer Art und Weise wieder näher kommen wollen und dabei ganz andere Eigenschaften an ihm entdecken. Wasser scheint nicht nur als Lösungs-, Transport- und Freizeitmittel für uns da zu sein. Sie zeichnen uns auf eine moderne Weise mit faszinierenden Methoden noch ein zusätzliches Bild, das über die begrenzten, paradigmenorientierten, naturwissenschaftlichen Erfassungsmöglichkeiten hinausgeht. Mit bildschaffenden Methoden versucht man das Wesen des Wassers zu ergründen und sie sehen Wasser als feinsinniges Organ mit Gedächtnispotential.
So zeigt der Photograph Alexander Lauterwasser wie Musik, Schwingungen und Rhythmen Gestaltphänomene stehender Wellen im Wasser anregen, die sich in der Natur als feste Form wieder finden. Die ungeheure Schönheit der Bilder ist dabei nur Nebeneffekt.

Oder Theodor Schwenk, der das Wasser als sensibles Chaos bezeichnete und in seinen Tropfbildern zeigt, dass geringste organische Beimengungen sofort das Gestaltbildungsverhalten von Wasser verändert.
 Gestaltbildung von frischem Quellwasser |  Geringfügige Beimengung von Spülmittel |  Draufsicht eines Wirbelringes |
Der Japaner Masaru Emoto lädt uns zu einer Reise in die Eiskristallwelt ein und erstellt beeindruckende Bilder von Wachstumsstrukturen in Wasserkristallen, die von Tönen und Sprachebeeinflusst sind. Emoto zeigt beispielsweise wie positive und negative moralische Prägungen im Sinngehalt der Sprache oder in der Botschaft der Musik durchaus formgebend auf die Entstehung dieser Kristalle wirken.
 Positive Botschaft |  Negative Botschaft |
Der vor kurzem verstorbene Franzose Jacques Benveniste, ein hochangesehener französischer Wissenschaftler, lieferte erstmals eine Erklärung für die Wirkungsweise der Homöopathie und betrachtet Wasser als ungeheuren Informationsspeicher.
Inwieweit diese moderne Wasserforschung naturwissenschaftlich verifizierbar ist, ist scheinbar nicht mehr das Entscheidende. Das Wagnis in der Forschung in das intuitive Prinzip der Ideengewinnung innerhalb dieses Stoffes vorzudringen, scheint modern, neuartig und notwendig. Vor allem zeigt es das Wasser aus einer ganz anderen Perspektive, die wir als reine Nutzer kaum kennen. Es ist der evolutive Aspekt, der Glanz des Wassers, den die alten Kulturen erahnten und die Naturvölker spüren. Von diesen Menschen wird versucht, diese Seite des Wassers in einer neuen und zeitgemäßen Art ins Bewusstsein zu heben. Wer Informationen aus dem Internet oder einer Festplatte sehen und hören will, braucht Bildschirme, die geeignet sind, diese Informationen für das menschliche Auge zugänglich zu machen. Die modernen Wasserforscher sind bestrebt, auf ihre Art Bildschirme zu entwickeln um die Informationsgehalte im Wasser und informelle Wirkungen auf und durch das Wasser sichtbar zu machen. Immerhin: Wir bestehen zu 70 – 90% aus Wasser und vielleicht täte uns der neu erstrahlende Glanz des Wassers gut – wenn auch auf eine ganz andere, ungeahnte Weise.
Kurt Niedermeier